Für einen lebenswerten Stadtteil Interkulturelles und interreligiöses Engagement für den Klima- und Umweltschutz

Wuppertal – Vohwinkel und Elberfeld

Wohnblöcke in Vohwinkel LupeWohnblöcke in Vohwinkel
Wohnblock in Elberfeld-Üllendahl LupeWohnblock in Elberfeld-Üllendahl

In Vohwinkel leben ca. 31.000 Menschen. In einigen Quartieren liegt der Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund bei rund 50 Prozent. Arbeitslosigkeit und SGB II-Bezug sind ver­gleichsweise weit verbreitet. Die bauliche Struktur ist gekennzeichnet zum einen durch enge gründerzeitliche Bebauung, andererseits durch Nachkriegs-Wiederaufbau und Wohngebäuden der 1950-70er Jahre.

Auch in Elberfeld ist der Anteil der Menschen mit Migrationshintergrund hoch. Es gibt zudem, wie in Vohwinkel, überdurchschnittlich viele Haushalte mit niedrigem sozialem Status. Viele Wohngebäude befinden sich in einem eher schlechten baulichen Zustand und müssten saniert oder modernisiert werden.

Lokale Projektkoordination
Deutsch-Russisches Kulturzentrum „Applaus“ e. V.

Kontakt
Ludmila Gutina
Telefon: 0202-9633072
applaus2[@]gmx.de


Fahrradtouren in die Natur, 23.7.2016 u. 13.8.2016

Es wurden zwei Fahrradtouren mit gemeinsamem Picknick in die grünen Höhen von Wuppertal-Barmen veranstaltet. Diese wurden, anders als zunächst geplant, nicht mit den Waldfreunden und Scouts des Wuppertaler Jugendrings durchgeführt, da bei dem Kooperationspartner aufgrund von kurzfristig aufgetretenen externen Schwierigkeiten keine Kapazitäten für die Organisation der Touren bestanden. Zu den Touren waren Mitglieder von Applaus e.V. und des Kooperationspartners Bildungs- und Berufsperspektive "Biber" e. V., Schüler-*innen der russischen Schule, und sonstige Interessierte eingeladen.

Unter den jeweils 14 Teilnehmer*innen waren sechs Erwachsene und acht Jugendliche im Alter von 12 bis 15 Jahren. Es wurde eine einfache Strecke gewählt, die für Touren ausgeschildert ist und von den Naturverbänden in Wuppertal vorgeschlagen wurde. Sie war einfach zu erkennen und für alle Teilnehmer*innen gut zu bewältigen. Erwähnenswert sind der gute Zustand der Strecke und die gut ausgestatteten Raststellen. Bei den Pausen hatten die Kinder die Gelegenheit, sich den Wald aus der Nähe anzuschauen, so wie Stadtkinder ihn sonst nicht kennen, und an einem Quiz zum Erkennen von Bäumen teilzunehmen.

Bei der Zubereitung des Picknicks waren die Eltern mit ihren Kenntnissen über die Natur gefordert. Mit dieser niederschwelligen Aktion ist es gelungen, den Familien die Natur vor Ort näher zu bringen, die durchaus einen Fahrradausflug wert ist.


Umwelt-Aufklärungspartys vor Ort, 13.04.2016, 16.05.2016, 22.07.2016, 26.08.2016, 27.11.2016, 29.12.2016 in Vohwinkel und 20.04.2016, 13.06.2016, 26.07.2016, 01.08.2016, 29.09.2016, 28.10.2016 in Üllendah

Insgesamt haben 12 Umwelt-Aufklärungspartys, teilweise mit aktiver Mitwirkung der Verbraucherzentrale Wuppertal, stattgefunden, 6 in Üllendahl und 6 in Vohwinkel. An den Partys haben zwischen 9 und 14 Personen teilgenommen. Das Spektrum reichte von Jugendlichen bis SeniorInnen, Deutschen mit direktem und indirektem Migrationshintergrund, von Jugendlichen in Ausbildung bis zu AkademikerInnen und von Hartz-IV EmpfängerInnen bis zu HauseigentürmerInnen. Zentrale Frage für viele TeilnehmerInnen war: Wie bringe ich meine Familie preiswert und gesund durch den Tag und belaste dabei am wenigsten die Umwelt? Auf den Aufklärungspartys hat sich daneben eine für alle neue Frage herauskristallisiert: Wie viel Chemie verträgt mein Körper, mein Haus und die Umwelt?

Zu zwei Partys wurde extra eine Kinderärztin eingeladen, die anhand wissenschaftlicher Erkenntnisse die gesundheitlichen Aspekte des Themas behandelte. Dabei wurden gemeinsam Listen von wirklich gesundheitlich relevanten Schmutzquellen erstellt und über die Gefahren durch übertriebenes Putzverhalten und aggressive chemische Substanzen für Gesundheit und Umwelt gesprochen. Ein sehr positives Ergebnis ist daraus entstanden: Viele haben sich an die wirkungsvollen Tipps und Tricks zum Thema Putzen ihrer Großmütter erinnert, die sehr sparsam für das Portemonnaie und schonend für die Natur waren/ sind. Die bei den Aufklärungspartys vermittelten Informationen sind bei allen Teilnehmer*innen auf großes Interesse gestoßen. Wie auch die Mitarbeiterin der Verbraucherzentrale betont hat, ist das Wichtigste, mit den Menschen ins Gespräch zu kommen. Denn nur dann kann man sie auf die Probleme aufmerksam machen. Bei den Veranstaltungen war es besonders wichtig, dass es keinen frontalen Vortrag oder eine Lektion von oben herab gab, was hier sehr gut gelungen ist: Es gab nicht nur ein Gespräch, sondern eine Diskussion auf Augenhöhe.

Die bei den Umwelt-Aufklärungspartys behandelten Themen wurden auch in verschiedenen Frauen-Integrationskursen angesprochen. Besonders wichtig waren dabei Gesundheitsfragen: Sei es die gesunde Ernährung für die Familie, besonders für Kinder, oder Hygiene und Sauberkeit im Haus. Für viele geht es außerdem ums Geld, da bei vielen Familien die Versorgung über staatliche oder kommunale Leistungen läuft. Umweltschutzfragen spielen nur eine sehr untergeordnete Rolle. Deswegen benötigt die Aufklärungsarbeit gerade bei diesen Bevölkerungsgruppen viel mehr Zeit und Aufwand. Bei den Teilnehmerinnen der Frauenkurse stand weniger die Frage nach regionalen Lebensmittelproduzenten und Biobauern in der Nähe im Mittelpunkt, sondern vielmehr die Frage danach, wo ich preiswert für meine Familie einkaufen und worauf ich dabei achten kann und muss: Wie kriege ich diesen Spagat hin zwischen HARTZ IV und umweltfreundlich leben?


'Lang lebe der Toaster', 24.4.2016

Im Vorfeld wurde bei den Nutzer*innen des Begegnungszentrums von Applaus e.V. und beim Koope­rationspartner Bildungs- und Berufsperspektive "Biber" e.V. dafür geworben und auf das gesamte Projekt aufmerksam gemacht. Zu der Aktion kamen einige interessierte Teilnehmer*innen, sowohl Jun­gen als auch Mädchen, zusammen. Bei den regelmäßigen Treffen mit Onkel Valerij in der Au-weh-Werkstatt, an denen in der Regel rund acht Jugendliche teilnehmen, bekommen sie grundliegende Kenntnisse zum Aufbau von Elektrogeräten und den sicheren Umgang mit Elektrizität vermittelt.

Sie lernen, wie Haushaltgeräte, zum Beispiel ein Bügeleisen, ein Wasserkocher oder Toaster, gebaut sind und wie sie funktionieren. Außerdem lernen sie einfache handwerkliche Griffe, einen sicheren Umgang mit Werkzeug und Tipps und Tricks für einfache Reparaturen. Wichtig ist, dass die Jugendlichen Erfolgserlebnisse vermittelt bekommen. Das fördert und stärkt das Selbstbewusstsein, aktiviert das Interesse und animiert zu weiteren Versuchen. So soll das Interesse am 'Selbermachen' geweckt und damit dem aktuellen Trend zur Kauf-und-Weg­werf-Gesellschaft entgegengewirkt werden. Die teilnehmenden Jugendlichen sind sehr interessiert, was sich an ihren regelmäßigen Besuchen, auch zwischendurch, wenn sie eine Frage an Onkel Valerij haben, zeigt. Auch die Eltern zeigen Interesse an den Aktivitäten ihrer Kinder.

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